ARGA16

FABIAN SCHOLZ
YOSI SEGAS
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THE MUSEUM OF THE 20TH CENTURY
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model photo

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interior view

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elevation east

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WERKLAGER M20

Unser Wettbewerbsbeitrag fuer das Museum des Zwanzigsten Jahrhunderts schlaegt eine regelmaessige Struktur untereinander vernetzter Hallen vor, die unter einem Dach zum Werklager M20 vereint sind. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die Sammlungen sowie die damit verbundenen Taetigkeiten und Prozesse. Sammeln, Bewahren, Forschen und Zeigen sollen innerhalb des Werklagers M20 seinem Publikum moeglichst transparent gemacht werden. Die Hallen der vorgeschlagenen Struktur dienen dafuer als Buehne und Werkstatt der Werke. Sie sind gleichzeitig Raeume, in denen sich die Werke als Objekte zeigen, und Raeume, in denen mit und zur Kunst gearbeitet, geforscht, restauriert, also gewerkt wird. Eine mehrfach gefaltete, glaesern bekleidete Flaeche fasst die vielfaeltigen Kunststroemungen und Disziplinen des Werklagers M20 zu einer Institution zusammen. Die flach geneigten Dachflaechen erinnern mit ihren Giebeln an Hallenbauten mit Assoziationen zu Produktion und Lagerung. In der Aneignung dieses alltaeglichen Typus ist das Werklager M20 konzeptionell nah an einem zentralen Aspekt der Kunst der zweiten Haelfte des 20. Jahrhunderts. Ueber seine niedrigen Firste fuehrt es mit dem Flachdach des Pavillons der Neuen Nationalgalerie einen respektvollen Dialog ueber die alleinige Gueltigkeit der klassischen Moderne. Das Werklager M20 ergaenzt den ikonischen Pavillon und die Ausstellungsraeume der 'Galerie des 20. Jahrhunderts', wie Ludwig Mies van der Rohe die Neue Nationalgalerie in seinen Originalzeichnungen betitelte, um Raeume flexibleren Zuschnitts. Raeume, die weniger durch eine ikonische Zeichenhaftigkeit als vielmehr durch Praxis und Nutzung Bedeutung erlangen. Diese Raeume dienen der Kunst. Als Ensemble bilden Galerie und Werklager M20 das Museum des 20. Jahrhunderts: Waehrend die Galerie in erster Linie auf das Zeigen von Kunst beschraenkt ist, versteht sich das Werklager als Ergaenzung hin zu einem zeitgemaessen Museum, in dem die Prozesse der Sammlung aus ihrem Schattendasein geholt werden. Der Integrierung des Depotgeschosses und der Restaurierungswerkstaetten in den Auftritt des Werklagers M20 kommen dabei Schluesselrollen zu. Nicht zuletzt spiegelt sich in der regelmaessigen Anlage des Gebaeudes auch die Wissenschaftlichkeit des Sammelns wider, denn schliesslich sind Regale, Schraenke und Raeume aktiv an Ordnungsprozessen beteiligt, die fuer das Sammeln essentiell sind. Der fuer das Kulturforum wesentliche Begriff der Stadtlandschaft ist eng mit dem Konzept von Natur verbunden, welches heutzutage keineswegs mehr einen idyllischen Gruenraum umschreibt. Vielmehr wird Stadtlandschaft hier als abwechslungsreiches, gebautes Gefuege von praegnanten Raumsituationen verstanden, welches sowohl pflanzliches Gruen als auch Technik, Technologie und Architektur impliziert. Die grosse Platane greift in den Entwurf ein, sie stoert und belebt die symmetrische Anlage und bereichert das Gebaeude. Als sekundaeres Motiv setzt sich ihr Gruen in den Innenraeumen und in der Fassade auf artifizielle Weise fort. Eine orange-transparente Flaeche hebt sich von der monochrom weiss schimmernden Laengsfassade ab. Dieser Prototyp einer Anlage von Photosynthesezellen (Graetzel-Zellen) generiert durch einen zwischen zwei Glasplatten eingeschlossenen Farbstoff aus diffusem Licht Energie und erzeugt auch bei bedecktem Himmel Elektrizitaet. Bei der Weiterentwicklung dieser noch experimentellen Technologie leistet die Gebaeudebekleidung, das Werklager M20 repraesentierend und die Grenzen des Bereiches der Kunst auslotend, einen Beitrag an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Natur und Technik.

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2015
ideas competition: one of ten laureates
The Museum of the 20th Century and its Urban Integration
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2016
realization competition
The Museum of the 20th Century
www.nationalgalerie20.de
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with Anne Wex Landscaping
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info@arga16.net
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ARGA16
15.11.2016
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